• Wir verwenden Cookies, um dir unseren Service besser anbieten zu können. Learn more.

Anleitung Google und der Datenschutz

Aufgrund eines Vortrags,das der Administrator dieser Webseite ueber das Thema Datenschutz halten muss,hab ich mir die Muehe gemacht und ein bisschen Grundwissen zu Googles Verhalten in Bezug auf Datenschutz kurz aufgeschrieben.Der folgende Text ist auch als DOCX Download verfuegbar: Download from Yandex.Disk
Ihr wisst nicht,was die grossen Konzerne alles ueber euch wissen.Die Trackingsoftware wartet fast ueberall auf euch und selbst da,wo Datenschutz drauf steht,muss nicht unbedingt Datenschutz drin sein.Aufgrund der Groesse des Konzerns und des beispiellosen Umfangs der Verfolgung der Nutzer werde ich hier hauptsaechlich auf Google eingehen,aber das soll natuerlich nicht bedeuten,dass andere Technikkonzerne wie Facebook,Twitter,Whatsapp (FB),Instagram (FB) oder Youtube (G) besser mit eurer Privatsphaere umgehen.
Ganz klein angefangen hat Google vor ueber 20 Jahren mit einer Suchmaschine,also werde ich auch dort mit meiner umfangreichen Analyse ansetzen.Es duerfte ziemlich bekannt sein,dass jede Suchanfrage,die ihr jemals gemacht habt,aufgezeichnet und fuer unbegrenzte Zeit gespeichert wird.Wenn ihr ein Google Konto habt,koennt ihr diesen Verlauf auch anschauen und “loeschen”,was wohl eher einem Unsichtbarmachen gleicht.Was einmal seinen Weg in die gigantischen Datenbanken des Konzerns gefunden hat,das bleibt auch dort und kann nur noch verborgen,aber nicht vollstaendig entfernt werden.Aus diesem Grund sollte man auch von Anfang an versuchen,moeglichst wenig Spuren zu hinterlassen und diese nicht im Nachhinein entfernen wollen.
Wenn ihr keinen Google Account habt,wird euer Suchverlauf genauso gespeichert,ihr habt lediglich keinen Zugriff darauf.Es werden dauerhaft Cookies auf eurem Geraet gespeichert,die eine eindeutige,wiedererkennbare ID beinhalten,durch die ihr eurem Verlauf auch ohne Account zugeordnet werden koennt.Ja,da haben wir sie,diese fuerchterlichen,boesartigen Cookies,vor denen ein Webseitenbetreiber laut EU Richtlinie sogar warnen muss.An dieser Stelle muss ich aber ganz deutlich Entwarnung geben. Cookies sind prinzipiell nichts Schlechtes.Viele Webseiten,auch datenschutzfreundliche,verwenden solche,um ein dauerhaftes Login in den Account oder dauerhafte Einstellungen in eurem Browser zu speichern,was sehr wichtig und zum Vorteil des Benutzers ist.Sie koennen aber auch fuer allerlei Unfug,beispielsweise diese Speicherung der Aktionen auf der Webseite ohne Zustimmung oder Registrierung verwendet werden.Leider unterscheidet die EU Richtlinie nicht zwischen gutartigen und boesartigen Cookies.
Die Verfolgung eures Suchverlaufes ist aber keinesfalls auf ein Geraet und einen Browser beschraenkt.Auch ist sie nicht auf Cookies angewiesen,wer diese deaktiviert,ist also nur unwesentlich besser geschuetzt.Google setzt auch sogenanntes Browser Fingerprinting ein.Jede Installation ist anders.Die technischen Daten sind immer minimal anders.Unterschiedliche Hardware,unterschiedliche Software,unterschiedliche Einstellungen.Das alles kann per Javascript ausgelesen werden und kann einen Benutzer eindeutig wiedererkennen,auch wenn die Cookies deaktiviert sind oder geloescht werden und mit einer Toleranz von kleinen Abweichungen kann auch ein anderer Browser auf dem gleichen Geraet wiedererkannt werden.Natuerlich wird auch die IP Adresse zur Hilfe genommen,um den Nutzern nachzuspionieren.Schliesslich hat jedes Geraet,das mit dem gleichen Router verbunden ist,nach aussen hin die gleiche IP Adresse.Wenn ihr also mit dem Handy und dem Tablet im gleichen WLAN eingeloggt seid,wird Google auch auf dem Handy wissen,was ihr vorher auf dem Tablet gesucht habt.Wie offensichtlich Google euch zeigt,was man aus Zusammenhaengen geschlossen hat,die vom Nutzer so wohl nicht erwuenscht sind,ist jedoch fraglich.Ich glaube nicht,dass ohne Login ins Konto die Suchvorschlaege zwischen den Geraeten synchronisiert werden.Zur Verarbeitung im Hintergrund wird allerding der Gesamtverlauf verwendet.
Ich bin gerade sehr ins Detail gegangen,um euch die Grundsaetze zu erlaeutern und,ohne ein Vorwissen vorauszusetzen,die technischen Moeglichkeiten zu klaeren.Tatsaechlich haben wir bis jetzt aber erst ein kleines bisschen an der Oberflaeche gekratzt.Google speichert natuerlich nicht nur,welchen Suchbegriff ihr eingegeben habt.Wenn ihr in den Suchergebnissen ein Ergebnis anklickt,dann wird das angezeigte Ziel kurz vor der Verarbeitung des Klicks durch einen internen Google Link ersetzt.Dort wird aufgezeichnet,wann ihr welches Ziel von welcher Suche kommend angeklickt habt und erst danach werdet ihr auf die tatsaechliche Seite weitergeleitet..Ueberpruefen laesst sich das einfach.Sucht etwas,zieht danach das LAN Kabel des Computers raus oder trennt das WLAN und klickt dann ein Ergebnis an.Selbstverstaendlich werdet ihr eine Fehlermeldung sehen,schliesslich habt ihr gerade kein Internet mehr.Interessant ist,was bei dieser Fehlermeldung oben in der Adresszeile steht.Es wird nicht etwa die Adresse des angeklickten Ergebnisses sein,sondern eine kryptische,unleserliche Google Weiterleitungsadresse.Was fuer manche vielleicht unter dem typischen Motto “ich hab doch nichts zu verbergen” nicht schlimm klingen mag,ist in Wahrheit aber ein tiefer Eingriff in eure Privatsphaere.Und solange ihr euch nicht bei Google registriert oder eingeloggt habt,geschieht das ganze still und heimlich ohne eure Zustimmung in irgendeiner Form.
An diesem Punkt stellt ihr euch vielleicht die durchaus berechtigte Frage,was denn mit den ganzen gesammelten Daten passiert und weshalb diese so wichtig sind.Ein Politiker sagte mal “die Daten sind das Oel des 21. Jahrhunderts” und ich denke,diese Beschreibung ist gar nicht so verkehrt.Mit den Daten wird Handel betrieben,um euch letztendlich die Werbung anzuzeigen,die am ehesten euren Interessen entspricht.Das ist gaengige Praxis und bei allen Internetkonzernen beliebt,aber bevor ich hier auf ein aktuelles Negativbeispiel von Facebook eingehe,bleiben wir nochmal bei Google.Google ist weit mehr,als nur eine Suchmaschine.Es ist nicht zufaellig das weltweit groesste online Werbenetzwerk,sondern hat diesen Status durch den umfangreichen Diebstahl eurer persoenlichen Daten erarbeitet.Eure gesammelten Daten aus dem Suchverlauf werden gleich mehrfach verwendet.Der erste und vielleicht naheliegendste Nutzen ist die Personalisierung der Suchergebnisse.Wenn jeder von euch exakt die gleiche Suchanfrage eingibt,wird trotzdem jeder komplett unterschiedliche Ergebnisse angezeigt bekommen.Man zeigt die an,von denen man denkt,man koennte sie beim jeweiligen Nutzer am besten vermarkten.
Gleichzeitig fliessen die Daten auch ins Werbenetzwerk von Google.Dort moechte man natuerlich nur “relevante” Werbebanner anzeigen,was in der Praxis nichtmal Sinn macht,aber man denkt dort trotzdem,man koenne den Gewinn auf diese Weise erhoehen.Auf Millionen von Webseiten wird Werbung von Google angezeigt.Und hier seht ihr immer das,wonach ihr vor kurzem erst gesucht habt oder was ihr euch gerade eben angeschaut habt.Zufall?Nein,es ist alles andere als das.Eigentlich ist es total widerspruechlich,dass man weiterhin das Produkt bewirbt,das ihr euch gerade angesehen habt,bei dem ihr euch aber bewusst gegen einen Kauf entschieden habt.Gleichzeitig wird aufgrund mangelndes Interesses Werbung fuer ganz andere Sachen komplett ausgeblendet,fuer die ihr euch vielleicht auch interessieren wuerdet,aber von denen ihr gar nicht wisst,dass sie ueberhaupt existieren.Werbung ist das bedeutendste Zahlungsmittel des Internets und alle grossen Webseiten finanzieren sich auf diese Weise.Damit habe ich gar nicht direkt ein Problem.Ich finde aber,die Werbung sollte zufaellig ausgewaehlt werden und nicht basierend auf meinem kompletten digitalen Leben.
Bevor ich weiter auf Googles viele weitere Quellen zur Datensammlung eingehe,moechte ich einmal einen kurzen Blick auf Facebook richten.Facebook hat kein gutes Jahr hinter sich,ganz im Gegenteil,aber all diese Krisen waren selbstverschuldet.Was fuer einige wohl besonders schockierend war,von Datenschuetzern aber schon lange vermutet wurde,ist Facebooks Verkauf von Nutzerdaten.Man verkauft eure Daten ohne Zustimmung an die meistbietende Firma weiter,damit diese sie zur Werbung missbrauchen kann.Selbstverstaendlich ist das rechtlich nicht zulaessig,aber Datenhaendler interessieren sich eher selten fuer Gesetze.Eure Aktionen auf Facebooks Webseite wie Likes,Kommentare,Beitraege aber auch persoenliche Nachrichten wurden an komplett fremde Firmen verkauft.Das alles ist fuer Facebook einfach moeglich,da man die Daten nicht verschluesselt,aber erlaubt ist es nicht und es duerfte von den Nutzern auch nicht toleriert werden.In diesem Fall spricht man nichtmal von einer Panne oder einem Hack.Facebook hat es ganz bewusst getan,denn genau das ist eben Facebooks Geschaeftsmodell.
Kommen wir jetzt aber zurueck zu Google.Woher kommen eigentlich die Daten,die Google ueber euch hat,ausser vom Suchverlauf?Die Antwort auf diese Frage ist schockierend,denn sie kommen von extrem vielen Stellen und bilden letztendlich ein fast lueckenloses Profil ueber euer Privatleben und eure Persoenlichkeit.Und dazu muesst ihr Google nichtmal unbedingt aktiv nutzen.Die Daten kommen ausser von Googles eigenen Angeboten im Internet von millionen fremden Webseiten.Die meisten Webseiten binden das Ueberwachungsscript Google Analytics ein,welches in einer rechtlichen Grauzone liegt und dem Webseitenbetreiber eher oberflaechliche Informationen ueber die Zugriffszahlen der eigenen Webseite liefert.Google selbst weiss,im Gegensatz zum Webseitenbetreiber,aber sehr genau,wer der Besucher der Webseite ist und kann auch diesen Aufruf seinem geheimen Profil zuordnen.Die Ueberwachung auf diese Weise erfolgt auch,wenn das Opfer Google ueberhaupt nicht benutzt.Aehnliches gilt fuer Google AJAX und Google Webfonts.Bei ersterem koennen beliebte Javascripts,bei letzterem eine grosse Auswahl an Schriftarten ueber Google Server in die eigene Webseite eingebunden werden.Das spart den Webseitenbetreiber Aufwand und Traffickosten,weshalb diese Services leider sehr beliebt sind.Anhand der IP Adresse und des Browser Useragents des Aufrufers koennen auch diese Aufrufe ganz genau eurem geheimen Profil zugeordnet werden.So weiss Google ganz genau wer wann welche Webseite besucht hat,selbst wenn diese nicht Google gehoert.Google bietet noch viele weitere Services dieser Art an,welche fuer Webseitenbetreiber in der Regel kostenlos sind.Daher sind sie auf den meisten Webseiten vorhanden und so erfaehrt Google von jedem Aufruf auf fast jede Webseite.Waehrend sich Google Analytics ganz ohne Nachteile und Google Webfonts mit geringen Auswirkungen auf die Webseitendarstellung blockieren lassen,funktionieren viele Webseiten beim blockieren von Google AJAX ueberhaupt nicht mehr.Man ist also gezwungen,seine Daten an den Konzern zu uebergeben,wenn man nicht moechte,dass man Millionen von Webseiten nicht mehr aufrufen kann.
Was sich ebenfalls in den meisten Faellen ohne Probleme blockieren laesst,ist die weiter oben bereits angesprochene Google Werbung.Diese wandelt eure Daten in bares Geld um und wenn ihr diese blockiert,macht ihr Googles kompletten Stalkingaufwand nutzlos.Ich kann daher nur dringendst empfehlen,sie zu blockieren.Neben der Nutzung der Daten fallen auch weitere neue Daten an,wenn ihr Webseiten mit Google Werbung besucht.Neben der typischen Information,wer wann welche Webseite aufgerufen hat,werden hier auch grundlegende Interaktionen mit der Webseite ueberwacht.Dazu zaehlt,ob der Tab mit der Webseite gerade im Vordergrund ist,ob ihr eure Maus auf der Werbung platziert habt und wenn sich einer dieser Zustaende aendert.Auch dies geschieht komplett ohne Zustimmung,denn es passiert auch,wenn ihr Google gar nicht nutzt.Rechtlich ist die Sache fuer Google und alle Webseitenbetreiber,die Google Dienste einbinden,bei Beachtung der DSGVO also gar nicht so unproblematisch.Auch besagt das darin enthaltene Kopplungsverbot,dass alle Webseiten auch ohne Ueberwachung und Sammlung von Daten nutzbar sein muessen.In der Praxis ist dieser Fall aeusserst selten gegeben.
Leider ist Google schon lange keine reine Webseite mehr,sondern versucht,sich auf alle Lebensbereiche auszudehnen und stellt eigene Software und auch Hardware her,der keineswegs vertraut werden darf.Die Betriebssysteme Android und Chrome OS sowie der Chrome Browser,die ebenfalls alle zum Google Konzern gehoeren,sind auch fleissige Datensammler fuer Google und diese stalken euch auch,wenn ihr gerade gar nicht im Internet unterwegs seid.Die positive Sache ist,dass man viel davon auf einfache Weise ersetzen oder zumindest die Datensammlung unterbinden kann.Negativ ist zu sehen,dass fuer manche Sachen auch Fachkenntnisse noetig sind und es daher nicht fuer jeden moeglich ist,sich selbst zu schuetzen.
Beginnen moechte ich in diesem Themenbereich mit dem Handybetriebssystem Android,was mit ueber 80% Marktanteil bereits eine monopolartige Stellung einnimmt und die meisten Besitzer ueberall hin begleitet.Bei den meisten Personen ist es dauerhaft in der Hosentasche oder Handtasche und erkennt somit jede Bewegung.Per GPS,was nur in seltenen Faellen deaktiviert wird und durch die permanent vorhandene Mobilfunkverbindung lassen sich Daten zu eurem Aufenthaltsort ermitteln und in Echtzeit an Google senden.Habt ihr euch mit eurem Google Konto auf dem Handy eingeloggt,so werden diese Daten dem Konto zugeordnet und eine Verfolgung dieser Art wird ueber mehrere Geraete hinweg ermoeglicht.Seid ihr hingegen nicht eingeloggt,werden die Daten einem sogenannten Schattenprofil zugeordnet.Dieses Schattenprofil habt ihr nie bewusst erstellt und ihr habt keine Logindaten dafuer.Es existiert einfach im Hintergrund,um verschiedene Daten mit bestimmten Nutzern zu verknuepfen.Verwendet werden auch eure Standortdaten fuer die Personalisierung der Werbung.Mit GPS kann eure Position auf wenige Meter genau ermittelt werden.Google erfaehrt also auch,welche Geschaefte ihr wann besucht habt oder vor welches Schaufenster ihr euch gestellt habt.Existiert online eine Werbekampagne von diesem Unternehmen,so werdet ihr diese aufgrund von vermeintlichem Interesse in Zukunft mit vermehrter Haeufigkeit sehen.Es geht immer nur um die Gewinnmaximierung,aber fuer den Benutzer ist es Stalking.Und zwar eine besonders schlimme Art davon,weil man seinen Stalker eben nicht erkennt und das Profil eurer persoenlichsten Informationen nahezu lueckenlos ist.
Eine aehnlich lueckenlose Protokollierung existiert von eurer Appnutzung.Nein,nicht nur wann ihr welche App wie lange geoeffnet habt,sondern sehr oft werden sogar eure Aktionen innerhalb der App aufgezeichnet.Wie erst vor kurzem in den Schlagzeilen war,enthalten zwei von drei Android Apps eine Trackingsoftware von Facebook,welche die Nutzung aufzeichnet,selbst wenn ihr nicht bei Facebook seid.Noch viel mehr Apps nutzen aehnliche Software von Google.Beide sind gleich problematisch,wenn es um den Datenschutz geht.Sogar in Apps von Banken und Krankenkassen wo es um hochsensible Finanz oder Gesundheitsdaten geht,haben die Entwickler keine Skrupel,eine oder sogar mehrere Verfolgungssoftwares einzubauen.Es geht sogar viel weiter.Einige Banken verhindern sogar die App Nutzung,wenn man sein Handy gerootet hat.Dieses Rooting ermoeglicht aber erst,sich von der Trackingsoftware,welche im Fall Google fest ins System integriert ist,zu befreien.Leider ist die Spionage oft mit den wichtigen Funktionen verbunden.Wer die Moeglichkeit,Google Analytics in Apps zu nutzen,von seinem Handy entfernen moechte,der entfernt gleichzeitig auch die Moeglichkeit,Push Benachrichtigungen empfangen zu koennen.Push Benachrichtigungen basieren auf einer API von Google,mit der Apps Informationen von ihren Servern in Echtzeit ueber Googles Server erhalten koennen.Das wird beispielsweise oft von Messengern verwendet,um neue Chatnachrichten moeglichst schnell zustellen zu koennen.Auch diese Technologie ist sehr problematisch mit Sicht auf den Datenschutz,da Google alle vertraulichen Informationen mitlesen kann,den eigentlich nur den Benutzer etwas angehen und die von einer anderen App kommen.Vielen ist Bequemlichkeit leider wichtiger,als Datenschutz und man moechte Push aufgrund dieses Vorwands nicht verlieren.Ich rate aber dringend dazu,falls moeglich die komplette Google Spyware vom System zu entfernen,was auch Push mit einschliesst.
Auf grossen Computern sowie kleinen Handys leider gleichermassen beliebt ist auch der Chrome Browser von Google.Auf Handys kann man ihn nichtmal deinstallieren,was ganz klar eine ueber 10 Jahre alte Gerichtsentscheidung verletzt,die bestimmt,dass der Hersteller eines Betriebssystems den Benutzer nicht zwingen kann,auch den Browser der gleichen Firma zu verwenden.Im damaligen Fall ging es darum,dass der Internet Explorer auf Windows vorinstalliert war und somit eine Vormachtstellung hatte.Als Folge musste Microsoft einen Dialog einbauen,in dem auf die Browser anderer Firmen wie beispielsweise Firefox oder Opera hinweisen und den Download anbieten musste.Waehrend der Internet Explorer heute kaum noch benutzt wird,existiert die gleiche Situation jetzt mit Chrome auf Android.Dort wird fast ausschliesslich dieser Browser benutzt,er kann auch auf ausdruecklichen Wunsch des Nutzers nicht ohne aufwendiges Rooten entfernt werden und auf Alternativen wird nicht hingewiesen.Das einzige,was hier positiv zu sehen ist,ist dass alternative Browser zumindest nach gezielter Suche ueber Googles eigenen Appstore zur Installation angeboten werden.
Neben diesen fragwuerdigen Geschaeftspraktiken,die Google an dieser Stelle sehr deutlich zeigt,ist es auch hier wieder der Datenschutz,der auf der Strecke bleibt.Was ihr im Browser macht,geht natuerlich niemanden etwas an.Es hat niemanden zu interessieren,welche Webseiten ihr besucht und was ihr dort macht oder welche Filmchen ihr euch im inkognito Modus anschaut.Aber Google interessiert sich eben doch dafuer und protokolliert das ganze lueckenlos auf den Servern,wobei es egal ist,ob ihr euch zum Sync eingeloggt habt,oder nicht.Wenn ihr euch zum Sync einloggt,was seit einiger Zeit sogar automatisch geschieht,sobald ihr euch auf irgendeiner Google Webseite einloggt und was nicht verhindert werden kann,dann seht ihr sehr deutlich,welche Daten gesammelt werden.Ihr koennt auf einer Google Webseite jeden Link finden,den ihr jemals im normalen Modus aufgerufen habt.Daten aus dem inkognito Modus werden selbstverstaendlich ausgeblendet,zu offensichtlich soll das Tracking schliesslich auch nicht werden.Es lassen sich aber trotzdem Vorwaende finden,um diese Daten eben doch zu uebermitteln.So wird gerne mit Sicherheit argumentiert.Das ist ein ganz typisches Modell.Immer wenn man die Sicherheit und die Freiheit einschraenken will,dann wird damit argumentiert,die Sicherheit zu steigern,was in Wahrheit aber nicht der Fall ist.Und so gibt es eben diese Safebrowsing API,an die zusaetzlich,egal ob ihr ins Google Konto eingeloggt seid oder nicht,nochmal jede besuchte Adresse geschickt wird mit der Behauptung zu pruefen,ob die Webseite etwas boeses will.Diese API bekommt natuerlich auch eindeutige Informationen wie IP Adresse,Useragent,besuchte Webseite,Zeit des Aufrufs und wahrscheinlich auch eine eindeutige ID.Mit diesen Daten kann jeder Aufruf eurem Schattenprofil zugeordnet werden.Bei jedem Start von Chrome uebermittelt es noch mehr Details ueber euch an die Google Server,auch wieder unabhaengig davon ob ihr euch registriert habt oder nicht.Dazu gehoert eine eindeutige ID sowie Informationen zu Hardware,Software und Verbindung (IP beispielsweise).
Man sollte meinen,die DSGVO wuerde solch ein Verhalten einschraenken,aber leider tut sie genau dies nicht und deswegen solltet ihr euch selbst helfen anstatt auf die Hilfe von anderen zu warten.Euch wird ganz sicher niemand helfen.Das,was ich gerade geschrieben habe,ist das verbreitetste Geschaeftsmodell im Internet.Niemand traut sich,die grossen Konzerne anzugreifen und die Rechte der Nutzer durchzusetzen.Niemand will dieses moralisch zweifelhafte Geschaeftsmodell gefaehrden.Und letztendlich interessiert es leider immernoch sehr wenige Personen,sodass man keine Loesung im grossen Stil umsetzen kann.Es gibt aber durchaus Moeglichkeiten,mithilfe derer sich jeder selbst und seine eigenen Daten schuetzen kann und davon moechte ich abschliessend noch einige nennen.Ich denke,es bringt nicht viel,5 Seiten lang eine aussichtslose Situation zu beschreiben.Man kann das Problem,das jetzt hoffentlich jeder deutlich erkennt,natuerlich auch auf verschiedene Arten loesen.Wer sich noch weiter informieren oder mit anderen Datenschuetzern austauschen moechte,fuer den sind die ausfuehrlichen Informationsseiten von FuckOffGoogle.de sehr emfehlenswert.Auch das dortige Wiki liefert tiefergehende technische Analysen sowie Werkzeuge zum Schutz des Datenschutzes und andere hilfreiche Informationen.
Der beste Schutz eurer Daten ist,wenn ihr euch komplett von Google,Facebook und aehnlichen datenhungrigen Konzernen fernhaltet.Das ist gar nicht so schwierig,wie es zunaechst scheint und gemeinnuetzige Organisationen sowie Free Software Projekte zeigen,dass es auch anders geht,naemlich ohne Datenverkauf,haeufig sogar ohne stoerende Werbung,komplett auf der Basis von Spenden.Zuerst wuerde ich dazu raten,die Google Suche zu ersetzen,denn dazu ist kein groesserer Aufwand noetig und keine Daten muessen verschoben oder gegebenfalls sogar konvertiert werden.Empfehlenswerte Alternativen sind beispielsweise MetaGer,was keine Daten speichert und sogar einen Tor Hidden Service betreibt.Betrieben wird MetaGer vom gemeinnuetzigen Verein SUMA e.V. aus Hannover,Deutschland.Eine andere empfehlenswerte Suchmaschine ist DuckDuckGo,die weltweit groesste Suchmaschine,die den Datenschutz respektiert.Betrieben wird sie von der DuckDuckGo Inc. aus den USA,damit unterliegt sie nicht den strengen deutschen Datenschutzbestimmungen.Ich halte DuckDuckGo daher nicht fuer ganz so vertrauenswuerdig wie MetaGer,aber immernoch fuer weit besser als Google und ausserdem ist DuckDuckGo auch fuer den Durchschnittsnutzer einfach zu bedienen und achtet auf ein zeitgemaesses Design.
Zu alternativen Browsern muss ich wohl nicht viel sagen,da die Auswahl hier ziemlich gross ist und der Datenschutz nicht auf kleine Nischenprodukte beschraenkt ist.So ist Firefox von der Non Profit Organisation Mozilla der beste Tipp,wenn es um Datenschutz geht.Diesen sollte jeder kennen und mit Version 57 (Quantum),die vor einiger Zeit veroeffentlicht wurde,wurde er sogar wesentlich schneller und RAM schonender als seine Konkurrenten auf Chromium Basis.Wer Chrome behalten moechte,der kann sich SRWare Iron oder Ungoogled Chromium anschauen.Beide sind fast exakt die gleiche Software wie Chrome,nur die Tracker wurden entfernt.Das open source Projekt Chromium in den offiziellen Builds von Google selbst ist hingegen nur unwesentlich besser,als das normale Chrome.
Wenn wir von mobilen Betriebssystemen reden,dann ist die Auswahl leider sehr begrenzt.Ein vollkommen transparentes open source Handy gibt es noch nicht,davon werden im Laufe des Jahres drei Stueck in verschiedenen Preisklassen veroeffentlicht.Fuer Apple ist Datenschutz jedoch sehr wichtig,daher sind iPhones zumindest besser,als Android Handys.Die beste Empfehlung zum aktuellen Zeitpunkt ist jedoch,auf die Linux basierten Handys zu warten,wo ihre Verfuegbarkeit doch immer naeher rueckt.
Wer sich gerne Videos anschaut,der denkt vielleicht,auf Youtube nicht verzichten zu koennen.Leider ist das korrekt,denn dort gibt es die meisten Inhalte.Man kann auf diese Inhalte jedoch auch zugreifen,ohne Google Daten und Werbeeinnahmen zu geben.Richtig gelesenn,das Ganze ist dann sogar werbefrei.Fuer den Computer gibt es mit Invidio.us einen datenschutzfreundlichen Youtube Player.Fuers Handy ist die App NewPipe empfehlenswert.Diese gibt es im F-Droid.org Appstore.Im Play Store,welchen man ohnehin nicht nutzen sollte,ist sie nicht vorhanden,da sie gegen Googles Geschaeftsmodell verstoesst.Wer selbst Videos hochladen moechte,fuer den ist PeerTube die bessere Alternative.Das ist ein open source Projekt,das auf vielen verschiedenen Servern betrieben wird.Ihr koennt euch registrieren,wo ihr wollt.Der Server ist wie eine Email Adresse,ihr koennt also mit eurem Account von einem Server auch alle anderen Server erreichen.
Da man auch von Facebook unbedingt Abstand halten sollte,werde ich in verkuerzter Form auch auf datenschutzfreundliche Alternativen zu deren Angeboten eingehen.Als datenschutzfreundliches soziales Netzwerk sind Mastodon und Diaspora empfehlenswert.Ersteres aehnelt eher Twitter,gewinnt zur Zeit aber sehr schnell an Beliebtheit.Letzteres aehnelt Facebook viel mehr,ist aber noch nicht ganz so bekannt.Selbstverstaendlich koennt ihr auch beides gleichzeitig nutzen.Um Whatsapp los zu werden,solltet ihr euch Matrix anschauen.Das ist dezentral,also ihr koennt euch einen Server aussuchen,der Teil eurer Matrix ID ist,wieder vergleichbar mit der Email.Was auf keinen Fall zu empfehlen ist,sind Discord,Signal und Telegram.Waehrend ersteres ueberhaupt keine Verschluesselung nutzt und die Inhalte eurer Nachrichten scannt,also noch wesentlich schlimmer als Whatsapp sind,bringen die anderen beiden nur keine Vorteile gegenueber Whatsapp,ganz besonders nicht beim Datenschutz,auch wenn sie genau das eigentlich versprechen.
 

Kommentare